Pflege und Wohnen

Wohngemeinschaften

Ambulant betreute Wohngemeinschaften sind Gemeinschaften für maximal zwölf pflegebedürftige Menschen, die in einer Wohnung zusammen leben. Jede/r Bewohner/in hat einen eigenen Wohn- und Schlafbereich. Die übrigen Räume wie Wohnzimmer, Speisezimmer, Küche und Bad werden von allen gemeinsam genutzt. Die Organisation des Haushaltes und des Gruppenlebens sowie die pflegerischen Leistungen werden von einem ambulanten Pflegedienst oder einer von den Bewohnern angestellten Betreuungs- und Pflegekraft übernommen. Der Begriff der Wohngemeinschaft ist weder gesetzlich definiert noch geschützt. Demzufolge sind die Wohngemeinschaften in ihrer Gestaltung sehr unterschiedlich. In Bayern gelten für die Wohngemeinschaften die Richtlinien des neuen Pflegequalitäts-Gesetzes (Juli/08, siehe unter www.agvb.de). Auskünfte hierzu erhalten Sie bei der GeFa Mittelfranken, Tel. 0911 26 98 39.

Die Wohngemeinschaften in Mittelfranken orientieren sich an den Wünschen und Bedürfnissen demenzkranker Menschen.

---------------------------------------

Pflegeheime

sind Einrichtungen, in denen pflegebedürftige Menschen dauerhaft wohnen und rund um die Uhr gepflegt und versorgt werden. Einige Einrichtungen bieten inzwischen spezielle Angebote für gerontopsychiatrisch erkrankte Menschen an.

Bitte erkundigen Sie sich direkt in den Einrichtungen, auf welcher Station gerontopsychiatrisch geschultes Personal tätig ist und welche Angebote wie häufig durchgeführt werden.

---------------------------------------

Hausgemeinschaften

sind eigenständige Wohnbereiche innerhalb eines Pflegeheimes für fünf bis neun Personen, die gemeinsam ihren Alltag verbringen („Normalisierungsprinzip“). Jedes Hausgemeinschaftsmitglied verfügt über ein Appartement (d.h. möglichst mit Dusche und WC). Der Küchen- und Wohnbereich wird gemeinsam genutzt. Die Hausgemeinschaft versorgt sich fast ausschließlich selbst (Wäsche, Küche). Ein/e Mitarbeiter/in (sog. „Präsenzkraft“) ist den ganzen Tag als Bezugsperson vor Ort.

(Definition nach KDA)

Die Tagesabläufe in den Hausgemeinschaften und die Gestaltung der Räumlichkeiten orientieren sich an den Merkmalen eines sog. "Gerontopsychiatrischen Konzeptes".

Die Hausgemeinschaften in Mittelfranken sind folglich an den Wünschen und Bedürfnissen demenzkranker Menschen ausgerichtet.

---------------------------------------

Wohngruppen

bieten ca. zwölf Plätze für gerontopsychiatrisch erkrankte Menschen innerhalb eines Pflegeheimes. Die pflegebedürftigen Bewohner/innen verfügen über ihr Wohn- und Schlafzimmer (möglichst mit Bad und WC) als Rückzugsbereich. Küche und Wohnraum werden von allen Bewohner/innen gemeinsam genutzt. Das Gemeinschaftsleben findet in der Gemeinschaftsküche/-wohnraum statt. Die Wohngruppe versorgt sich nur teilweise selbst.

(Definition nach Demenz Support Stuttgart)

Die Tagesabläufe in den Wohngruppen und die Gestaltung der Räumlichkeiten orientieren sich an den Merkmalen eines sog. "Gerontopsychiatrischen Konzeptes".

Die Wohngruppen in Mittelfranken sind folglich an den Wünschen und Bedürfnissen demenzkranker Menschen ausgerichtet.

---------------------------------------

Pflegeoase

ist ein spezieller Lebens- und Wohnraum für eine kleine Gruppe von Menschen mit Demenz in einem weit fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung, deren Selbstständigkeit und Selbstbestimmung weitgehend eingeschränkt ist und die vollständig auf umfassende Pflege und Betreuung angewiesen sind. Durch die Gemeinschaft wird ein Gefühl von Nähe geschaffen und eine hohe Präsenz des Pflege- und Betreuungspersonals ermöglicht. Oasen sollten nur in stationären Einrichtungen in Zusammenhang mit klaren Konzepten aufgebaut werden (s. P. Dürrmann, Pflegeoase Holle).

---------------------------------------

Heiminterne Tagesbetreuungen

sind Betreuungsangebote für einen Teil der BewohnerInnen von Pflegeheimen (ca. 10 bis 15 Personen). In der Regel handelt es sich um ein spezielles Angebot für demenzkranke Menschen. Die Betreuung findet werktags mehrere Stunden statt und ist ein Angebot mit klar definierten Inhalten für eine bestimmte Zielgruppe. In extra dafür gestalteten Räumen wird über gemeinsame Aktivitäten wie Gespräche, Singen, Kochen oder leichte Bewegungsübungen die Fähigkeiten der TeilnehmerInnen aktiviert und gefördert (= alltagspraktisches Training). Durch immer wiederkehrende gleiche Tagesabläufe wie z.B. eine Morgenrunde, gemeinsames Frühstück, Zubereitung des Mittagessens wird die Orientierung der TeilnehmerInnen gestärkt (=Tagesstruktur/Tagesstrukturierende Maßnahmen).

Bitte erkundigen Sie sich in der entsprechenden Einrichtung über die Häufigkeit der Angebote innerhalb der heiminternen Tagesbetreuung und wie viele Teilnehmer mit welchen Krankheitsbildern das Angebot nutzen können.

---------------------------------------

Gruppenangebote für Erkrankte in Pflegeheimen

sind von einer Fachkraft angeleitete, zeitlich begrenzte, Treffen (z.B. eine Stunde pro Woche) für mehrere Personen mit einem bestimmten Krankheitsbild (Demenz, Depression, etc.). Sie dienen der Aktivierung und Förderung der Fähigkeiten der Gruppenteilnehmer und förden die Gemeinschaft und den Austausch der BewohnerInnen untereinander.

Bitte erkundigen Sie sich in der entsprechenden Einrichtung über die Häufigkeit der Angebote und wie viele Teilnehmer mit welchen Krankheitsbildern das Angebot nutzen können, da dies sehr unterschiedlich ist.

---------------------------------------

Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen in Pflegeheimen

sind geschulte und fachlich begleitete freiwillige Mitarbeiter/innen, die verschiedenen Aufgaben aus dem Bereich der sozialen Betreuung für Bewohner, wie Spaziergänge, Unterstützung bei den Mahlzeiten, gemeinsames Singen und Spielen etc., übernehmen.

---------------------------------------

Beschützende Pflegestationen

sind spezielle Stationen in stationären Pflegeeinrichtungen, die eine familienrechtliche Unterbringung nach §1906 BGB ermöglichen, d.h. die Personen, welche auf einer beschützenden Station leben, sind in ihrer Freiheit beschränkt und können die Station nicht allein verlassen. Für eine solche Unterbringung ist ein Gerichtsbeschluss über das Vormundschaftsgericht notwendig.

Bitte erkundigen Sie sich direkt in den Einrichtungen, welche Angebote wie häufig durchgeführt werden.

---------------------------------------

Betreutes Wohnen

ist kein gesetzlich geschützter Begriff, d.h. hier liegen keine Vorschriften für die Gestaltung der Wohnungen oder der Betreuungsangebote vor, die erfüllt werden müssen. Es handelt sich grundsätzlich um eine Wohnform, bei der ein Mietvertrag und ein Betreuungsvertrag abgeschlossen wird, so dass bei Bedarf Betreuungsleistungen zugekauft werden können. Bitte informieren Sie sich genau über die Bedingungen des Vertrages für das Betreute Wohnen und vergleichen Sie verschiedene Anbieter.

Bitte erkundigen Sie sich direkt in den Einrichtungen, in welchen Bereichen gerontopsychiatrisch geschultes Personal tätig ist und welche Angebote wie häufig durchgeführt werden.

---------------------------------------

Hospize

sind Einrichtungen der Sterbebegleitung. Es handelt sich um spezielle stationäre Einrichtungen für Menschen, die an Krankheiten leiden, die durch heilende Methoden nicht mehr therapiert werden können. Die Linderung von Beschwerden wie z.B. durch Schmerztherapie steht im Mittelpunkt der Versorgung. Neben den stationären Einrichtungen gibt es auch Hospizvereine, die Menschen im Sterbeprozess zu Hause begleiten.